Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Allgemeine Hinweise
Die folgenden Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung. Sie ersetzen keine individuelle ärztliche Beratung. Bei akuten Beschwerden oder medizinischen Fragestellungen wenden Sie sich bitte an unsere Praxis.
Termine
Wie vereinbare ich einen Termin?
Gesetzlich Versicherte können Terminanfragen über unser Online-Kontaktformular stellen. Privatpatienten können Termine bequem über die Online-Plattform Dr. Flex vereinbaren.
Benötige ich eine Überweisung?
Gesetzlich Versicherte benötigen in der Regel eine Überweisung. Patienten im AOK-Facharztvertrag benötigen zwingend eine Überweisung.
Nimmt die Praxis neue Patienten auf?
Grundsätzlich ja. Es gibt jedoch Phasen, in denen die Kapazität für Termine eingeschränkt ist. Bitte informieren Sie sich telefonisch oder auf unserer Website über die aktuelle Aufnahmesituation.
Wie lange sind die Wartezeiten auf einen Termin?
Die Wartezeit hängt von der Dringlichkeit und der Art des Termins ab. Aufgrund der derzeit hohen Nachfrage nach Terminen kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Akute medizinische Probleme werden nach Möglichkeit berücksichtigt.
Was muss ich zum ersten Termin mitbringen?
- Versichertenkarte
- Überweisung (bei gesetzlich versicherten Patienten)
- Medikamentenplan
- Arztbriefe
- Laborbefunde
- MRT-, CT- oder Röntgenbefunde (in Schriftform)
Was passiert, wenn ich einen Termin nicht wahrnehmen kann?
Bitte sagen Sie Termine möglichst frühzeitig ab, damit wir den Termin anderweitig vergeben können. Wird der Termin nicht mindestens 24 Stunden vorher abgesagt werden, müssen wir eine Ausfallgebühr von 50 € erheben.
Kann ich Begleitpersonen mitbringen?
Eine Begleitpersonen darf beim Arztgespräch selbstverständlich dabei sein.
Rezepte und Verordnungen
Wie bestelle ich ein Folgerezept?
Rezepte können telefonisch oder sogar besser per E-Mail angefordert werden. Wichtig ist die Angabe des Präparats, der genauen Dosis (mg) sowie der Packungsgröße (N1-N3)
Wie lange dauert die Bearbeitung?
Bitte rechnen Sie mit einer Bearbeitungszeit von bis zu zwei Werktagen.
Kann ich ein Rezept erhalten, wenn ich lange nicht in der Praxis war?
Aus rechtlichen Gründen müssen regelmäßige Kontrolluntersuchungen erforderlich sein, bevor weitere Verordnungen ausgestellt werden.
Wann muss meine Gesundheitskarte eingelesen werden?
Bei gesetzlich Versicherten muss die elektronische Gesundheitskarte einmal pro Quartal eingelesen werden.
Kann ein Rezept per Post verschickt werden?
Rezepte werden für alle gesetzlich versicherten Patienten ausschließlich als E-Rezept ausgestellt. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben erfolgt kein Rezeptversand per Post mehr.
Wenn Sie ein Rezept bestellen, wird dieses innerhalb von 1-2 Werktagen digital auf Ihrer Gesundheitskarte hinterlegt. Hierfür benötigen wir Ihre Gesundheitskarte nicht in der Praxis, da die Speicherung aus der Ferne erfolgt. Mit Ihrer Gesundheitskarte können Sie das verordnete Medikament anschließend in der Apotheke erhalten.
Eine gesonderte Benachrichtigung über die Bereitstellung des E-Rezepts erfolgt nicht. Wir bitten Sie daher, von Rückfragen zum Bearbeitungsstand abzusehen.
Für Privatpatienten steht das E-Rezept derzeit technisch noch nicht zur Verfügung. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Kann ich Heilmittelverordnungen (Physiotherapie, Ergotherapie) telefonisch bestellen?
Bitte beachten Sie, dass hierfür häufig eine aktuelle ärztliche Beurteilung erforderlich ist und Sie hierfür in die Praxis kommen müssen.
Befunde und Laborwerte
Kann ich Laborwerte telefonisch erfragen?
Aus Kapazitätsgründen können wir nicht alle Blutwerte telefonisch im Detail besprechen. Unsere Ärztinnen und Ärzte prüfen jedoch täglich alle eingehenden Laborbefunde sorgfältig. Sollten sich relevante Auffälligkeiten ergeben, werden Sie von uns zeitnah informiert.
Wir bitten Sie ausdrücklich, davon abzusehen, Blutwerte telefonisch oder per E-Mail routinemäßig zu erfragen. Die Bearbeitung solcher Anfragen führt zu einem erheblichen zusätzlichen Arbeitsaufwand für unsere Mitarbeiterinnen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
Können Blutwerte an mich übermittelt werden?
Die Laborwerte werden bei Bedarf in Ihre elektronische Patientenakte eingestellt oder direkt an Ihren Hausarzt übermittelt. Aus datenschutzrechtlichen und organisatorischen Gründen werden Befunde weder per E-Mail noch per Post routinemäßig an Patienten versandt.
Kann ich Befunde per E-Mail an die Praxis zusenden?
Ja. Bitte geben Sie stets Ihren Namen und Ihr Geburtsdatum an. Noch besser ist es, wenn uns die Befunde über die elektronische Patientenakte (ePA) oder per KIM durch den entsprechenden Facharzt oder Hausarzt zur Verfügung gestellt werden. KIM steht für „Kommunikation im Medizinwesen“ und ist ein sicheres, datenschutzkonformes E-Mail-System im Gesundheitswesen. Ärzte, Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen können darüber Befunde, Arztbriefe und weitere medizinische Dokumente verschlüsselt austauschen.
Wussten Sie, dass Sie uns Ihre Befunde auch selbst über die ePA zur Verfügung stellen können? Hierfür melden Sie sich bitte über Ihre Krankenkasse an. In der Regel erhalten Sie Zugang zur ePA über die App Ihrer Krankenkasse oder über die von der Krankenkasse angebotenen Anmeldeverfahren. Nach der Registrierung und Identitätsprüfung können Sie Dokumente in Ihrer ePA verwalten und unserer Praxis den Zugriff auf relevante Befunde freigeben. Bei Fragen zur Einrichtung unterstützt Sie Ihre Krankenkasse.
Wann ist der Arztbrief fertig?
Die Bearbeitungszeit hängt vom Umfang der Diagnostik ab. Bei Neupatienten erfolgt häufig eine umfangreiche rheumatologische Abklärung mit weiterführender Labordiagnostik, deren Ergebnisse teilweise erst nach einiger Zeit vollständig vorliegen. Die Erstellung des Arztbriefes kann daher bis zu drei Wochen in Anspruch nehmen. Bei rheumatologischen Routineverlaufskontrollen erfolgt die Erstellung des Arztbriefes in der Regel deutlich schneller. Der Arztbrief wird routinemäßig elektronisch an den überweisenden Arzt, in der Regel den Hausarzt, übermittelt oder auf Ihrer elektronischen Patientenakte hinterlegt.
Rheumamedikamente, Biologika und JAK-Inhibitoren
Ich habe Fieber oder einen Infekt. Was soll ich tun?
Bitte pausieren Sie Ihr Rheumamedikament, bis Sie wieder gesund sind. Bitte wenden Sie sich zusätzlich an Ihren Hausarzt, um abzuklären, ob eine antibiotische Behandlung erforderlich ist. Bei einem banalen Infekt ohne Fieber und ohne schweres Krankheitsgefühl muss das Rheumamedikament in der Regel nicht pausiert werden. Bei Unsicherheiten wenden Sie sich bitte an uns.
Ich nehme Antibiotika. Muss ich mein Rheumamedikament pausieren?
In der Regel empfehlen wir, das Rheumamedikament so lange zu pausieren, bis das Antibiotikum abgesetzt wurde und Sie sich wieder gesund fühlen.
Warum benötige ich regelmäßige Blutkontrollen?
Zur Überwachung von Wirksamkeit und Verträglichkeit der Therapie.
Wie oft sind Blutkontrollen notwendig?
Die Intervalle richten sich nach Erkrankung und Medikament.
Ich habe eine Injektion vergessen. Was soll ich tun?
Bitte holen Sie die Injektion nach, sobald Sie daran denken. Wichtig ist, dass Sie den anschließenden Dosierungsintervall nicht verkürzen, sondern die Behandlung danach wie gewohnt fortführen. Beachten Sie zusätzlich die Packungsbeilage und kontaktieren Sie uns bei Unsicherheiten.
Wann wirkt mein neues Medikament?
Je nach Medikament zwischen wenigen Tagen und mehreren Monaten.
- Methotrexat (MTX): Wirkungseintritt meist nach 4–8 Wochen, die volle Wirkung kann nach 3–6 Monaten erreicht werden.
- Leflunomid: Wirkungseintritt meist nach 4–8 Wochen, teilweise früher; die volle Wirkung entwickelt sich häufig innerhalb von 3–6 Monaten.
- Sulfasalazin: Wirkungseintritt meist nach 6–12 Wochen.
- TNF-Alpha-Inhibitoren (z. B. Humira®, Amgevita®, Hyrimoz®, Enbrel®, Benepali®, Cimzia®, Simponi®, Remicade®, Inflectra®): Erste Verbesserungen oft nach 2–6 Wochen, teilweise bereits früher.
- JAK-Inhibitoren (z. B. Xeljanz®, Olumiant®, Rinvoq®, Jyseleca®): Wirkungseintritt häufig innerhalb weniger Tage bis Wochen.
- IL-17-Inhibitoren (z. B. Cosentyx®, Taltz®, Bimzelx®): Erste Verbesserungen meist nach 2–8 Wochen, die volle Wirkung kann mehrere Monate benötigen.
- IL-6-Inhibitoren (z. B. RoActemra®, Kevzara®): Erste Verbesserungen häufig nach 2–6 Wochen, die volle Wirkung entwickelt sich meist innerhalb von 2–4 Monaten.
- IL-23-Inhibitoren (z. B. Tremfya®, Skyrizi®): Erste Verbesserungen meist nach 4–12 Wochen, die volle Wirkung kann mehrere Monate benötigen.
Kann ich unter meiner Therapie Alkohol trinken?
Dies hängt vom jeweiligen Medikament und möglichen Begleiterkrankungen ab. In der Regel ist verantwortungsvoller Genuss jedoch unproblematisch.
Warum muss ich regelmäßig zur Kontrolle kommen, obwohl es mir gut geht?
Auch bei guter Krankheitskontrolle sind regelmäßige Untersuchungen wichtig, da sich Veränderungen der Erkrankung oder mögliche Nebenwirkungen der Therapie nicht immer sofort durch Beschwerden bemerkbar machen. Durch die kontinuierlichen Kontrolltermine können Krankheitsaktivität, Laborwerte und die Verträglichkeit der Medikamente überwacht sowie Behandlungen bei Bedarf frühzeitig angepasst werden. Regelmäßige Untersuchungen tragen somit dazu bei, den langfristigen Behandlungserfolg zu sichern und mögliche Komplikationen rechtzeitig zu erkennen.
Mein Rheumatologe hat mir ein immunsuppressives Medikament verschrieben. Ist mein Immunsystem jetzt stark geschwächt?
Nein. Die meisten modernen Rheumamedikamente führen nicht dazu, dass das Immunsystem vollständig „abgeschaltet“ wird.
Ziel der Behandlung ist es vielmehr, die überschießende Fehlsteuerung des Immunsystems zu bremsen, die für die Entzündung und die Beschwerden verantwortlich ist. Das Immunsystem bleibt weiterhin aktiv und kann die meisten Krankheitserreger weiterhin wirksam bekämpfen.
Allerdings kann unter bestimmten Rheumamedikamenten das Risiko für Infektionen etwas erhöht sein. Deshalb empfehlen wir:
einen aktuellen Impfschutz,
regelmäßige Kontrolluntersuchungen,
eine frühzeitige ärztliche Vorstellung bei Fieber oder schwereren Infekten.
Die meisten Patienten können unter ihrer Therapie jedoch weiterhin ihrem Beruf nachgehen, reisen, Sport treiben und ein weitgehend normales Leben führen.
Wichtig zu wissen: Auch eine unbehandelte rheumatische Entzündung kann das Immunsystem belasten und die Gesundheit langfristig beeinträchtigen. Ziel der Behandlung ist daher, die Erkrankung zu kontrollieren und gleichzeitig ein möglichst geringes Risiko für Nebenwirkungen zu erreichen.
Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie Fragen zu Ihrem individuellen Infektionsrisiko oder zu Ihrer Medikation haben.
Erhöht meine Rheumatherapie das Risiko für Krebs?
Diese Frage beschäftigt viele Patienten. Die gute Nachricht ist: Für die meisten heute eingesetzten Rheumamedikamente konnte kein deutlich erhöhtes allgemeines Krebsrisiko nachgewiesen werden.
Dabei ist wichtig zu wissen, dass chronische Entzündungen selbst langfristig gesundheitliche Risiken mit sich bringen können. Eine gute Kontrolle der Erkrankung ist daher ein wichtiges Behandlungsziel.
Für einige Medikamente und bestimmte Tumorarten werden mögliche Risiken weiterhin wissenschaftlich untersucht. Deshalb prüfen wir vor Beginn einer Therapie individuelle Risikofaktoren und empfehlen die Teilnahme an den üblichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen.
Besonders wichtig sind:
regelmäßige Hautkrebsvorsorge,
die Teilnahme an den empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen,
der Verzicht auf Rauchen,
ein gesunder Lebensstil.
Für die meisten Patienten überwiegt der Nutzen einer wirksamen Rheumatherapie die möglichen Risiken deutlich.
Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie bereits an einer Krebserkrankung erkrankt waren oder sich Sorgen über Ihr persönliches Risiko machen.
Muss ich unter meiner Therapie besonders auf Hautkrebs achten?
Grundsätzlich empfehlen wir allen Menschen einen verantwortungsvollen Umgang mit Sonnenlicht und die Teilnahme an den empfohlenen Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen.
Bei einigen rheumatologischen Medikamenten gibt es Hinweise auf ein leicht erhöhtes Risiko für bestimmte Formen des Hautkrebses, insbesondere für den sogenannten weißen Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom). Das Risiko hängt unter anderem von der Art der Therapie, dem Alter, dem Hauttyp, früheren Sonnenbelastungen und möglichen Vorerkrankungen ab.
Deshalb empfehlen wir:
Vermeiden Sie intensive Sonnenbestrahlung und Sonnenbrände.
Verwenden Sie bei längeren Aufenthalten im Freien einen ausreichenden Sonnenschutz.
Tragen Sie bei starker Sonneneinstrahlung geeignete Kleidung und eine Kopfbedeckung.
Nehmen Sie die empfohlenen Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen wahr.
Stellen Sie sich bei neu auftretenden oder sich verändernden Hautveränderungen frühzeitig einem Hautarzt vor.
Für die meisten Patienten ist das absolute Risiko weiterhin gering. Eine wirksame Behandlung der rheumatischen Erkrankung überwiegt in der Regel die möglichen Risiken deutlich.
Bitte informieren Sie uns, wenn bei Ihnen bereits Hautkrebs diagnostiziert wurde oder regelmäßige dermatologische Kontrollen erfolgen.
Darf ich unter meiner Rheumatherapie in die Sonne oder in den Urlaub fahren?
Ja. Die meisten Patienten können unter ihrer Rheumatherapie uneingeschränkt verreisen und ihren Urlaub genießen.
Allerdings gibt es einige Punkte zu beachten:
Sonne und UV-Strahlung
Einige Rheumamedikamente können die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenlicht machen oder das Risiko für bestimmte Hautveränderungen erhöhen. Vermeiden Sie daher intensive Sonnenbestrahlung und Sonnenbrände.
Wir empfehlen:
Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (mindestens SPF 30, besser SPF 50)
Schutz durch Kleidung, Hut oder Kappe
Meiden der intensiven Mittagssonne
Regelmäßige Hautkrebsvorsorge entsprechend den Empfehlungen Ihres Hautarztes
Besondere Vorsicht ist unter anderem bei Hydroxychloroquin, Methotrexat sowie einigen Biologika und JAK-Inhibitoren sinnvoll.
Reisen ins Ausland
Grundsätzlich bestehen gegen Reisen keine Einwände. Bitte denken Sie jedoch daran:
Ausreichende Medikamentenvorräte für die gesamte Reisedauer mitzunehmen
Medikamente möglichst im Handgepäck zu transportieren
Kühlpflichtige Medikamente entsprechend den Herstellerangaben zu lagern
Bei Flugreisen gegebenenfalls eine ärztliche Bescheinigung für Spritzen, Pens oder kühlpflichtige Medikamente mitzuführen
Impfungen vor Fernreisen
Für einige Reiseziele werden Impfungen empfohlen oder vorgeschrieben. Da bestimmte Lebendimpfstoffe unter immunsuppressiven Therapien nicht angewendet werden dürfen, sollten Sie Fernreisen möglichst frühzeitig planen und notwendige Impfungen rechtzeitig mit uns besprechen.
Infektionsrisiken im Urlaub
Achten Sie insbesondere in Ländern mit niedrigerem Hygienestandard auf Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene. Bei Fieber, schwerem Durchfall oder anderen Infektionen sollten Sie frühzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Fazit
Eine rheumatologische Therapie bedeutet in aller Regel keine Einschränkung Ihrer Reise- oder Urlaubsplanung. Mit einem guten Sonnenschutz, ausreichender Medikamentenvorratshaltung und einer rechtzeitigen Reisevorbereitung sind die meisten Urlaubsziele problemlos möglich.
Bekomme ich mit meinem Rheumamedikament eine Chemotherapie?
Nein. Die Medikamente, die wir in der Rheumatologie einsetzen, sind keine Chemotherapie im Sinne einer Krebsbehandlung.
Die Verunsicherung entsteht häufig dadurch, dass einige Medikamente – beispielsweise Methotrexat – sowohl in der Rheumatologie als auch in der Krebsmedizin eingesetzt werden. Dabei gibt es jedoch einen entscheidenden Unterschied:
Bei Krebserkrankungen werden diese Medikamente häufig in deutlich höheren Dosierungen eingesetzt, um das Wachstum von Tumorzellen zu hemmen. In der Rheumatologie verwenden wir dieselben Wirkstoffe meist in wesentlich niedrigeren Dosierungen, um fehlgeleitete Entzündungsreaktionen des Immunsystems zu kontrollieren.
Viele moderne Rheumamedikamente wie Biologika oder JAK-Inhibitoren wirken zudem sehr gezielt auf einzelne Bestandteile des Immunsystems und unterscheiden sich grundlegend von einer klassischen Chemotherapie.
Fallen mir die Haare aus?
Ein ausgeprägter Haarausfall, wie er von vielen Krebsbehandlungen bekannt ist, tritt unter den meisten rheumatologischen Therapien nicht auf.
Einige Medikamente können bei einzelnen Patienten zu vermehrtem Haarausfall führen. Dies ist jedoch meist deutlich geringer ausgeprägt als bei einer klassischen Chemotherapie und häufig vorübergehend.
Muss ich mit starker Übelkeit rechnen?
Die meisten modernen Rheumatherapien führen nicht zu den ausgeprägten Nebenwirkungen, die viele Menschen mit einer Krebsbehandlung verbinden. Dennoch können je nach Medikament individuelle Nebenwirkungen auftreten, über die wir Sie vor Beginn der Therapie ausführlich informieren.
Warum werden diese Medikamente trotzdem eingesetzt?
Unbehandelte rheumatische Erkrankungen können Gelenke, Wirbelsäule, innere Organe und die Lebensqualität dauerhaft schädigen. Ziel der Behandlung ist es, Entzündungen zu kontrollieren, Schmerzen zu lindern und langfristige Schäden zu verhindern.
Fazit
Auch wenn einzelne Wirkstoffe ursprünglich aus der Krebsmedizin stammen oder dort ebenfalls verwendet werden, handelt es sich bei den in der Rheumatologie eingesetzten Dosierungen und Therapiekonzepten nicht um eine Chemotherapie im üblichen Sinn. Die meisten Patienten können unter ihrer Behandlung ihrem Beruf nachgehen, Sport treiben, verreisen und ein weitgehend normales Leben führen.
Welche Nebenwirkungen können unter Rheumamedikamenten auftreten?
Die meisten Patienten vertragen ihre Rheumatherapie gut. Wie bei allen wirksamen Medikamenten können jedoch Nebenwirkungen auftreten. Die Art der Nebenwirkungen hängt vom jeweiligen Medikament ab.
Die häufigsten Nebenwirkungen sind:
Infekte
Da viele Rheumamedikamente gezielt in das Immunsystem eingreifen, können Infektionen etwas häufiger auftreten. Besonders häufig sind:
Erkältungen
Nasennebenhöhlenentzündungen
Bronchitis
Harnwegsinfektionen
Schwere Infektionen sind insgesamt selten, sollten aber frühzeitig ärztlich abgeklärt werden.
Veränderungen von Leberwerten
Einige Medikamente, insbesondere Methotrexat und Leflunomid, können die Leber belasten. Deshalb werden regelmäßig Blutuntersuchungen durchgeführt.
Veränderungen des Blutbildes
Bestimmte Medikamente können die Anzahl der weißen Blutkörperchen, roten Blutkörperchen oder Blutplättchen beeinflussen. Auch deshalb sind regelmäßige Laborkontrollen erforderlich.
Magen-Darm-Beschwerden
Je nach Medikament können auftreten:
Übelkeit
Bauchschmerzen
Durchfall
Appetitlosigkeit
Diese Beschwerden sind häufig vorübergehend oder können durch Anpassungen der Therapie verbessert werden.
Reaktionen an der Einstichstelle
Bei Spritzen oder Pens können gelegentlich auftreten:
Rötung
Schwellung
Juckreiz
Brennen
Diese Reaktionen sind meist harmlos und verschwinden nach kurzer Zeit wieder.
Kopfschmerzen und Müdigkeit
Insbesondere zu Beginn einer Therapie berichten manche Patienten über Kopfschmerzen, Müdigkeit oder allgemeines Unwohlsein.
Warum sind regelmäßige Blutkontrollen wichtig?
Viele Nebenwirkungen verursachen zunächst keine Beschwerden. Durch regelmäßige Laboruntersuchungen können mögliche Veränderungen frühzeitig erkannt werden, bevor gesundheitliche Probleme entstehen.
Muss ich Angst vor Nebenwirkungen haben?
Nein. Die meisten Patienten vertragen ihre Behandlung gut. Zudem werden Sie durch regelmäßige Kontrolltermine und Laboruntersuchungen engmaschig überwacht. Das Ziel ist immer, den größtmöglichen Nutzen bei möglichst geringem Risiko zu erreichen.
Wann sollte ich mich bei der Praxis melden?
Bitte kontaktieren Sie uns bei:
Fieber oder schwereren Infekten
Atemnot
ausgeprägten Hautausschlägen
starken Bauchschmerzen
Gelbfärbung der Haut oder Augen
ungewöhnlichen Blutungen oder blauen Flecken
anderen neu aufgetretenen oder ausgeprägten Beschwerden
Im Zweifelsfall gilt: Lieber einmal mehr nachfragen als einmal zu wenig.
Operationen, Impfungen und Reisen
Bei mir ist eine Operation geplant. Was ist hinsichtlich der Rheumamedikamente zu beachten?
Bitte informieren Sie uns frühzeitig. Einige rheumatologische Medikamente sollten vor geplanten Operationen pausiert werden, da Wundheilungsstörungen und Infektionsrisiken nicht vollständig ausgeschlossen werden können. Biologika werden in der Regel so abgesetzt, dass eine Dosis vor der Operation ausgelassen wird; der genaue Zeitpunkt richtet sich nach dem jeweiligen Präparat und dem Dosierungsintervall. JAK-Inhibitoren (z. B. Tofacitinib, Baricitinib, Upadacitinib) werden meist etwa 3 Tage vor dem Eingriff pausiert. Methotrexat, Hydroxychloroquin und Sulfasalazin müssen bei den meisten Operationen in der Regel nicht abgesetzt werden. Nach abgeschlossener Wundheilung können pausierte Medikamente üblicherweise etwa 10 Tage nach der Operation und nach Maßgabe des Operateurs wieder begonnen werden. Da die Empfehlungen von Art und Umfang des Eingriffs sowie von Begleiterkrankungen abhängen, stimmen Sie das Vorgehen bitte rechtzeitig mit uns und Ihrem Operateur ab.
Gilt das auch für Zahnoperationen oder Implantate?
In der Regel ja.
Darf ich mich unter immunschwächenden Rheumamedikamenten impfen lassen?
Totimpfstoffe können in den meisten Fällen auch unter einer rheumatologischen Therapie sicher verabreicht werden und werden häufig ausdrücklich empfohlen. Dazu gehören beispielsweise die Impfungen gegen Influenza (Grippe), COVID-19, Pneumokokken, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten oder Gürtelrose (Totimpfstoff). Da Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und insbesondere unter immunsuppressiver Therapie ein erhöhtes Risiko für bestimmte Infektionen haben können, ist ein aktueller Impfschutz besonders wichtig.
Lebendimpfstoffe sind unter vielen immunsuppressiven Therapien hingegen meist nicht oder nur nach sorgfältiger individueller Nutzen-Risiko-Abwägung möglich. Ob eine Impfung durchgeführt werden kann oder ob gegebenenfalls Anpassungen der Therapie erforderlich sind, hängt von der jeweiligen Erkrankung, den eingesetzten Medikamenten und dem Impfstoff ab. Bitte sprechen Sie geplante Impfungen daher möglichst frühzeitig mit uns ab.
Muss ich bei Reisen bzw. Flugreisen etwas beachten?
Bitte denken Sie bei Reisen frühzeitig an einen ausreichenden Vorrat Ihrer Medikamente für die gesamte Reisedauer. Aus rechtlichen Gründen stellen wir grundsätzlich keine Doppelverordnungen oder zusätzliche Packungen ausschließlich als Reisevorrat aus. Bitte prüfen Sie daher rechtzeitig vor Reiseantritt, ob Ihre reguläre Medikation für den geplanten Zeitraum ausreicht. Wenn Sie Biologika, Fertigpens oder Fertigspritzen mitführen, kann insbesondere bei Flugreisen oder Reisen ins Ausland eine ärztliche Bescheinigung für den Transport erforderlich sein. Für bestimmte Länder können zusätzlich zollrechtliche Bestimmungen gelten. Bitte informieren Sie sich rechtzeitig über die Einreisebestimmungen Ihres Reiseziels und sprechen Sie uns bei Bedarf frühzeitig auf eine entsprechende Bescheinigung an. Hierfür müssen wir leider eine kleine Gebühr erheben.
Wie transportiere ich mein Biologikum auf Reisen?
Beachten Sie die Lagerungshinweise Ihres Medikaments. Viele Biologika müssen gekühlt transportiert und gelagert werden. Informieren Sie sich daher bereits vor Reiseantritt über die empfohlenen Temperaturbereiche und die maximale Zeit, die das Medikament außerhalb des Kühlschranks aufbewahrt werden darf. Für Flugreisen empfiehlt sich häufig die Mitnahme in einer geeigneten Kühltasche oder einem speziellen Medikamentenbehälter.
Führen Sie Ihre Medikamente grundsätzlich im Handgepäck mit, da im aufgegebenen Gepäck extreme Temperaturen auftreten können und ein Verlust des Gepäcks nicht ausgeschlossen ist.
Kinderwunsch, Schwangerschaft und Stillzeit
Kann ich mit einer rheumatischen Erkrankung schwanger werden?
Ja. Die meisten Frauen mit einer rheumatischen Erkrankung können schwanger werden und gesunde Kinder bekommen. Wichtig ist eine gute Planung der Schwangerschaft und eine möglichst stabile Krankheitskontrolle vor der Empfängnis.
Wann sollte ich einen Kinderwunsch mit meiner Rheumatologin oder meinem Rheumatologen besprechen?
Idealerweise bereits mehrere Monate vor einer geplanten Schwangerschaft. Einige Medikamente müssen vor einer Schwangerschaft umgestellt oder abgesetzt werden.
Muss ich meine Rheumamedikamente vor einer Schwangerschaft absetzen?
Nicht unbedingt. Viele Medikamente können während einer Schwangerschaft weitergeführt werden, andere müssen rechtzeitig vorher abgesetzt werden. Ein eigenständiges Absetzen kann zu Krankheitsschüben führen und sollte vermieden werden.
Welche Medikamente sind in der Schwangerschaft grundsätzlich problematisch?
Bestimmte Medikamente wie Methotrexat, Leflunomid, Mycophenolat oder JAK-Inhibitoren dürfen während einer Schwangerschaft in der Regel nicht eingenommen werden und müssen rechtzeitig vorher beendet werden. Die individuelle Situation muss ärztlich geprüft werden.
Darf ich Biologika während der Schwangerschaft erhalten?
Einige Biologika können während der Schwangerschaft eingesetzt werden. Ob eine Fortführung sinnvoll ist, hängt von der Erkrankung, dem Medikament und dem Schwangerschaftszeitpunkt ab.
Welche Untersuchungen sind vor einer Schwangerschaft sinnvoll?
Je nach Erkrankung können Blutuntersuchungen auf spezielle Antikörper (z. B. SSA/Ro-, SSB/La- oder Antiphospholipid-Antikörper) sinnvoll sein. Außerdem sollte die Krankheitsaktivität beurteilt werden.
Ist eine Schwangerschaft bei Rheuma automatisch eine Risikoschwangerschaft?
Nicht zwangsläufig. Viele Schwangerschaften verlaufen komplikationslos. Je nach Grunderkrankung, Organbeteiligung, Krankheitsaktivität und Medikation können jedoch zusätzliche Kontrollen erforderlich sein.
Können rheumatische Erkrankungen meinem Kind schaden?
Die Erkrankung selbst führt meist nicht zu Fehlbildungen. Bestimmte Erkrankungen oder Antikörper können jedoch das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen erhöhen. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen wichtig.
Kann sich mein Rheuma während der Schwangerschaft verändern?
Ja. Einige Erkrankungen bessern sich während der Schwangerschaft, andere können unverändert bleiben oder sich verschlechtern.
Was passiert nach der Geburt?
Nach der Entbindung kann es bei manchen rheumatischen Erkrankungen zu Krankheitsschüben kommen. Daher empfehlen wir eine rheumatologische Kontrolle in den ersten Monaten nach der Geburt.
Darf ich während der Stillzeit Rheumamedikamente einnehmen?
Viele Medikamente sind mit dem Stillen vereinbar. Andere sollten vermieden werden. Bitte sprechen Sie geplante Medikamentenänderungen frühzeitig mit uns ab.
Kann auch die Medikation des Vaters Einfluss auf einen Kinderwunsch haben?
Ja. Einige Medikamente können bei Männern vor einer geplanten Zeugung relevant sein. Bitte sprechen Sie uns bei Kinderwunsch frühzeitig an.
An wen kann ich mich bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft wenden?
Bitte vereinbaren Sie frühzeitig einen Termin zur Kinderwunsch- oder Schwangerschaftsberatung in unserer Praxis. Gemeinsam mit Ihrer Frauenärztin bzw. Ihrem Frauenarzt planen wir die weitere Betreuung.
„Ich habe einen positiven Schwangerschaftstest – soll ich meine Medikamente sofort absetzen?“
Nein. Bitte setzen Sie Ihre Medikamente nicht eigenständig ab. Kontaktieren Sie uns möglichst zeitnah. Ein unkontrollierter Krankheitsschub kann für Mutter und Kind ein größeres Risiko darstellen als die Fortführung bestimmter Medikamente.
Welche Rheumamedikamente können in der Schwangerschaft häufig weitergeführt werden?
Viele bewährte Rheumamedikamente können auch während einer Schwangerschaft eingesetzt werden. Dazu gehören häufig:
Prednisolon
Hydroxychloroquin (Quensyl®)
Sulfasalazin (mit Folsäureergänzung)
Azathioprin
Colchicin
Tacrolimus
Ciclosporin
Auch einige Biologika können bei entsprechender Indikation während einer Schwangerschaft eingesetzt werden, beispielsweise:
Certolizumab (Cimzia®)
Adalimumab (Humira® und Biosimilars)
Etanercept (Enbrel® und Biosimilars)
Golimumab (Simponi®)
Infliximab (Remicade® und Biosimilars)
Welche Therapie im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der Erkrankung, der Krankheitsaktivität und dem Schwangerschaftszeitpunkt ab. Bitte ändern oder beenden Sie Ihre Medikamente nicht eigenständig.
Welche Rheumamedikamente dürfen in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden?
Zu den Medikamenten, die vor einer geplanten Schwangerschaft in der Regel abgesetzt werden müssen, gehören insbesondere:
Methotrexat (MTX)
Leflunomid (Arava®)
Mycophenolat-Mofetil
JAK-Inhibitoren (z. B. Rinvoq®, Xeljanz®, Olumiant®)
Apremilast (Otezla®)
Cyclophosphamid (außer in sehr seltenen Ausnahmefällen)
Bitte besprechen Sie einen Kinderwunsch möglichst frühzeitig mit Ihrem Rheumatologen, damit eine sichere Umstellung der Therapie erfolgen kann.
Was ist bei den Impfungen des Kindes nach der Geburt zu beachten?
In den meisten Fällen kann das Kind nach den üblichen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) geimpft werden.
Eine Besonderheit besteht, wenn die Mutter während der Schwangerschaft bestimmte Biologika erhalten hat. Einige dieser Medikamente können über die Plazenta auf das ungeborene Kind übertragen werden und nach der Geburt noch mehrere Monate im kindlichen Blut nachweisbar sein.
In diesen Fällen können Lebendimpfstoffe in den ersten Lebensmonaten verschoben werden. Hierzu gehören insbesondere:
Rotavirus-Impfung
BCG-Impfung (in Deutschland nicht Standard)
Totimpfstoffe können in der Regel wie vorgesehen verabreicht werden.
Bitte informieren Sie den Kinderarzt darüber, welche Rheumamedikamente während der Schwangerschaft angewendet wurden. Gemeinsam kann dann ein individueller Impfplan festgelegt werden.
Sollte die Betreuung in einer speziellen Ambulanz für Risikoschwangerschaften erfolgen?
Nicht jede Schwangere mit einer rheumatischen Erkrankung benötigt automatisch eine spezielle Risikoschwangerschaftsambulanz.
Je nach Grunderkrankung, Krankheitsaktivität, Organbeteiligung, Antikörperstatus, Medikation und früheren Schwangerschaftsverläufen können jedoch zusätzliche Kontrollen durch eine spezialisierte gynäkologische oder pränatalmedizinische Einrichtung sinnvoll sein.
Wir arbeiten bei Bedarf eng mit den betreuenden Frauenärztinnen und Frauenärzten sowie spezialisierten Zentren für Risikoschwangerschaften zusammen und unterstützen die individuelle Planung der Schwangerschaftsbetreuung.
Reisen mit Rheuma und immunsuppressiven Medikamenten
Kann ich trotz Rheuma verreisen?
Ja. Die meisten Menschen mit einer rheumatischen Erkrankung können problemlos verreisen – auch ins Ausland oder auf Fernreisen. Wichtig ist eine gute Vorbereitung, insbesondere wenn Sie Medikamente einnehmen, die das Immunsystem beeinflussen.
Grundsätzlich gilt: Eine gut eingestellte rheumatische Erkrankung ist keine Einschränkung für Reisen.
Wann sollte ich meine Reise mit meinem Rheumatologen besprechen?
Bitte informieren Sie uns möglichst frühzeitig über geplante Fernreisen – idealerweise bereits 2 bis 4 Monate vor Reisebeginn.
Das ist besonders wichtig, wenn:
- Reiseimpfungen erforderlich sein könnten
- Sie Biologika oder andere Immunsuppressiva erhalten
- Sie in tropische oder subtropische Regionen reisen
- eine Malariaprophylaxe notwendig sein könnte
Einige Impfungen müssen mehrere Wochen oder Monate vor Reisebeginn geplant werden.
Darf ich meine Rheumamedikamente während der Reise weiter einnehmen?
In den meisten Fällen ja.
Bitte setzen Sie Ihre Medikamente nicht eigenständig ab.
Ein Absetzen kann zu einem Krankheitsschub führen, der die Reise deutlich stärker beeinträchtigt als die Therapie selbst.
Dies gilt insbesondere für:
- Methotrexat (MTX)
- Leflunomid
- Sulfasalazin
- Hydroxychloroquin
- TNF-Blocker (z. B. Adalimumab, Etanercept)
- IL-17- oder IL-23-Hemmer
- JAK-Inhibitoren (z. B. Rinvoq®, Olumiant®, Xeljanz®)
Ob für bestimmte Impfungen oder Reiseziele vorübergehende Therapieanpassungen erforderlich sind, besprechen wir individuell mit Ihnen.
Welche Impfungen sind unter Rheumatherapie möglich?
Die meisten Reiseimpfungen können auch unter einer immunsuppressiven Therapie durchgeführt werden.
Dies betrifft beispielsweise:
- Hepatitis A
- Hepatitis B
- Tollwut
- FSME
- Meningokokken
- Japanische Enzephalitis
- Cholera (in besonderen Situationen)
Diese Impfstoffe enthalten keine vermehrungsfähigen Erreger und gelten daher in der Regel als sicher.
Gibt es Impfungen, die problematisch sein können?
Ja.
Einige Impfstoffe sind sogenannte Lebendimpfstoffe. Diese enthalten abgeschwächte, aber vermehrungsfähige Erreger.
Unter bestimmten Rheumatherapien dürfen solche Impfstoffe nicht oder nur nach einer Therapiepause verabreicht werden.
Der wichtigste Reiseimpfstoff dieser Gruppe ist die:
Gelbfieberimpfung
Sie wird für verschiedene Länder Afrikas und Südamerikas empfohlen oder sogar vorgeschrieben.
Bei Patienten unter immunsuppressiver Therapie ist eine Gelbfieberimpfung häufig nicht möglich.
Deshalb sollte die Reiseplanung möglichst früh erfolgen.
Was passiert, wenn ich für ein Reiseland eine Gelbfieberimpfung brauche?
In diesem Fall prüfen wir gemeinsam:
- Wie hoch das tatsächliche Infektionsrisiko ist
- Ob alternative Reiseziele infrage kommen
- Ob eine zeitweise Unterbrechung der Therapie möglich wäre
- Ob ein medizinisches Befreiungsattest ausgestellt werden kann
Nicht jedes Land mit Gelbfieber-Impfpflicht stellt auch tatsächlich ein relevantes Infektionsrisiko dar.
Muss ich bei Fernreisen besonders auf Infektionen achten?
Ja.
Immunsuppressive Medikamente können das Risiko bestimmter Infektionen erhöhen.
Besonders wichtig sind:
- sorgfältige Lebensmittelhygiene
- Trinkwasserhygiene
- konsequenter Mückenschutz
- Sonnenschutz
- Vermeidung unnötiger Infektionsrisiken
Die gleichen Vorsichtsmaßnahmen gelten allerdings auch für gesunde Reisende.
Was ist bei Malaria zu beachten?
Bei Reisen in Malariagebiete kann eine medikamentöse Vorbeugung erforderlich sein.
Einige Malariamedikamente können Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben.
Bitte informieren Sie uns daher über:
- das genaue Reiseziel
- die Reisedauer
- alle aktuell eingenommenen Medikamente
Gegebenenfalls empfehlen wir zusätzlich eine reisemedizinische Beratung.
Wie transportiere ich meine Rheumamedikamente im Flugzeug?
Grundsätzlich sollten wichtige Medikamente immer ins Handgepäck.
Für Medikamente, die gekühlt werden müssen (z. B. viele Biologika), gelten besondere Regeln.
Wir empfehlen:
- ausreichend Medikamentenvorrat mitzunehmen
- Medikamente in Originalverpackung zu transportieren
- einen Medikamentenplan mitzuführen
- bei Spritzen oder Pens eine ärztliche Bescheinigung mitzunehmen
Gerne stellen wir Ihnen eine entsprechende Bescheinigung aus.
Was mache ich, wenn ich im Urlaub krank werde?
Bei Fieber, schwerem Durchfall, Atemwegsinfekten oder anderen Infektionszeichen sollten Sie:
- ausreichend trinken
- gegebenenfalls ärztliche Hilfe vor Ort suchen
- uns nach Ihrer Rückkehr informieren
Setzen Sie Ihre Rheumamedikamente nicht eigenständig ab, sofern keine ausdrückliche ärztliche Empfehlung vorliegt.
Sollte ich eine Auslandskrankenversicherung abschließen?
Ja.
Wir empfehlen allen Patienten mit chronischen Erkrankungen dringend eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransportoption.
Die Kosten sind meist gering, der Nutzen im Ernstfall jedoch sehr hoch.
Unsere Empfehlung
Sprechen Sie geplante Fernreisen möglichst mehrere Monate vor Reisebeginn mit uns ab.
Die meisten Reisen sind auch unter modernen Rheumatherapien problemlos möglich. Eine frühzeitige Planung hilft dabei, Impfungen rechtzeitig durchzuführen, Risiken zu minimieren und Ihre Reise sicher und entspannt zu gestalten.
Was kann ich selbst gegen mein Rheuma tun?
Was kann ich zusätzlich zu meinen Medikamenten selbst tun?
Die medikamentöse Therapie bildet die Grundlage der Behandlung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen. Darüber hinaus können Sie selbst viel dazu beitragen, Beschwerden zu lindern, Ihre Beweglichkeit zu erhalten und langfristige Gelenkschäden zu vermeiden.
Bewegung und Sport
Regelmäßige körperliche Aktivität gehört zu den wichtigsten Maßnahmen bei Rheuma. Geeignet sind insbesondere gelenkschonende Sportarten wie:
Radfahren
Schwimmen und Aquafitness
Nordic Walking
Wandern
Gymnastik
Krafttraining unter Anleitung
Regelmäßige Bewegung kann Schmerzen reduzieren, die Beweglichkeit verbessern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen.
Physiotherapie und Eigenübungen
Physiotherapeutische Übungen helfen dabei, die Beweglichkeit der Gelenke zu erhalten, Muskeln zu kräftigen und Fehlhaltungen vorzubeugen. Besonders wichtig ist die regelmäßige Durchführung der erlernten Übungen zu Hause.
Normalgewicht anstreben
Übergewicht belastet insbesondere Knie-, Hüft- und Fußgelenke. Bereits eine moderate Gewichtsabnahme kann die Beschwerden deutlich verbessern.
Nicht rauchen
Rauchen erhöht das Risiko für verschiedene rheumatische Erkrankungen und kann die Wirksamkeit bestimmter Medikamente beeinträchtigen. Ein Rauchstopp gehört zu den wirksamsten Maßnahmen, die Sie selbst für Ihre Gesundheit ergreifen können.
Ausgewogene Ernährung
Eine spezielle „Rheuma-Diät“ gibt es nicht. Empfehlenswert ist jedoch eine ausgewogene mediterrane Ernährung mit:
viel Gemüse und Obst
Vollkornprodukten
Hülsenfrüchten
Fisch
hochwertigen pflanzlichen Ölen (z. B. Olivenöl)
Der regelmäßige Verzehr von fettem Seefisch kann aufgrund der enthaltenen Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmende Effekte haben.
Ausreichend Schlaf
Chronische Entzündungen und Schmerzen können die Schlafqualität beeinträchtigen. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und ausreichende Erholung unterstützen das allgemeine Wohlbefinden.
Stress reduzieren
Stress kann Beschwerden verstärken und die Krankheitsbewältigung erschweren. Entspannungsverfahren wie Yoga, Meditation, Atemübungen oder progressive Muskelentspannung können hilfreich sein.
Impfungen wahrnehmen
Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sollten auf einen aktuellen Impfschutz achten. Dies gilt insbesondere unter einer immunsuppressiven Therapie.
Medikamente regelmäßig einnehmen
Bitte nehmen Sie Ihre Medikamente wie verordnet ein und setzen Sie diese nicht eigenständig ab. Eine konsequente Therapie ist entscheidend, um Entzündungen zu kontrollieren und Gelenkschäden vorzubeugen.
Gibt es Nahrungsergänzungsmittel, die Rheuma heilen können?
Derzeit gibt es keine Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine oder alternativen Heilverfahren, deren Wirksamkeit bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wissenschaftlich eindeutig belegt ist. Nahrungsergänzungsmittel sollten eine ärztlich verordnete Therapie nicht ersetzen.
Zusammenfassung
Die wichtigsten Maßnahmen, die Sie selbst beeinflussen können, sind:
Regelmäßige Bewegung
Nichtrauchen
Normalgewicht
Ausgewogene Ernährung
Ausreichend Schlaf
Stressreduktion
Regelmäßige Kontrolltermine
Konsequente Einnahme der Medikamente
Organisatorisches
Wie erreichen Sie uns am besten?
Für Fragen nutzen Sie bitte unsere E-Mail-Adresse oder kontaktieren Sie uns telefonisch. Terminwünsche senden Sie bitte über unser Kontaktformular. Privat versicherten Patienten steht zusätzlich die Online-Terminvereinbarung über Dr.Flex zur Verfügung.
Wie lange dauert die Bearbeitung von E-Mails?
Bitte rechnen Sie mit einer Bearbeitungszeit von bis zu mehreren Werktagen. Wir bitten Sie in dieser Zeit um etwas Geduld. Wir bemühen uns, Ihr Anliegen so schnell wie möglich zu bearbeiten. Bitte sehen Sie von erneuten Nachfragen per E-Mail oder Telefon ab, da dies die Bearbeitung zusätzlich verzögern kann.
Können Atteste, Formulare oder Rentenanträge telefonisch erstellt werden?
Für viele Bescheinigungen ist eine ärztliche Prüfung erforderlich.
Was kann ich tun, wenn ich die Praxis telefonisch nicht erreiche?
Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut oder senden Sie uns – sofern angeboten – eine E-Mail mit Ihrem Anliegen. Aufgrund des hohen Patientenaufkommens sowie der gleichzeitigen Betreuung von Patienten in der Sprechstunde kann es vorkommen, dass unsere Telefonleitungen zeitweise ausgelastet sind. Viele organisatorische Fragen werden zudem in unseren FAQ beantwortet. Bei medizinischen Notfällen wenden Sie sich bitte an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder in lebensbedrohlichen Situationen an den Rettungsdienst unter 112.
Unser Praxisteam betreut gleichzeitig Patienten vor Ort, telefonisch und organisatorisch. Wir bitten um Ihr Verständnis.
